Wildcampen in Dänemark Südjütland

Ende August hat es mich mal wieder gen Norden verschlagen: Von Hamburg aus die Nordsee hoch – ungefähr bis Blåvand. Von da aus dann den Rückweg eingeleitet: Rüber an die Ostsee, kurz in Kolding was gegessen und dann die A7 wieder zurück. Das geht ganz gut in einem Rutsch. Ca. 3,5 Stunden (ohne Stop). Kein Campingplatz. Nur kurz mal an einen ran gefahren um Wasser aufzutanken – was die Besitzerin gar nicht witzig fand … Dafür hab ich meinen neuen Lieblingsplatz entdeckt.

Tag 1: Hjerpsted

Mittwoch Mittag ging es also los. Mit der Gießkanne 20 Liter Wasser aus dem heimischen Wasserhahn „getankt“ und noch kurz bei Lidl rein um den Kühlschrank mit Grillfleisch, Nudeln und Gemüse zu füllen.

Erster Stop war dann ein Parkplatz an der Nordsee in Dänemark, der sich scheinbar schon rumgesprochen hat. Ich schätze wir waren da so 7 bis 9 Autos. Aber es war trotzdem nett. Der Strand eher steinig aber für einen Spaziergang und einen schönen Sonnenuntergang durchaus gut geeignet. Man sieht Sylt und Röm und die Fähre die immer hin und her fährt.

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Am Strand bei Hjerpsted
Ja, es hat etwas geregnet.

Tag 2:

Meine 20 Liter Wasser waren dann doch recht schnell leer. 2 Personen. 1 Hund. Ohne Dusche aber mit Spülung für’s WC. Die sind dann doch schnell aufgebraucht. Also brauchte ich einen Spot, wo ich Wasser tanken kann. Das geht ja in der Regel an jedem Campingplatz. Ist dann nur eine Preis- oder Charme-Frage.

Röm: Stellplatz am Autostrand (Lakolk)

Die Insel Röm war in der Nähe. Dort war ich vorher noch nie. Hatte nur von dem „Autostrand“ gehört. Ähnlich wie in St. Peter Ording, darf man dort mit dem Auto auf den Strand. Sogar bis zur Wasserkante – wenn das Auto es mitmacht. Musste ich mir natürlich ansehen. Direkt daneben ist sogar ein Campingplatz. Man kann dort also ganz entspannt den Tag mit dem Auto AUF dem Strand verbringen und nach dem Sonnenuntergang auf Nummer sicher gehen und die Nacht auf dem Campingplatz verbringen: https://firstcamp.dk/destination/lakolk-strand-romo/

Tipp: Vorher mal checken, wann das „Rømø Motor Festival“ …

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… und das Drachenfest statt findet:

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Stellplatz im Süden von Röm

Ich wollte auf Röm nicht übernachten sondern nur mal einen Blick auf den Strand werfen und meinen Wassertank füllen. Ich hatte mir im Süden der Insel einen Stellplatz rausgesucht. Wer es sauber, geradlinig und steril mag, findet hier einen ansprechenden Stellplatz, der preislich sogar sehr fair ist. Wir hatten noch überlegt eine Nacht dort zu bleiben aber dann ist uns etwas dramatisches dazwischen gekommen. Was mich auch noch positiv umgehauen hat: Ich hatte dort eine wahnsinns Internetgeschwindigkeit von 100 MBit/s! Von dort kann man also astrein arbeiten.

Ich also mit meinem Kastenwagen auf den Platz gefahren und direkt durch zur Ver- und Entsorgestelle. Da standen noch zwei vor mir, daher war der Platz etwas knapp und ich hab mich etwas unglücklich halb auf den tadellosen Rasen gestellt. Als die beiden vor mir durch waren, hab ich mir den Wasserschlauch geschnappt, 1 Euro in den Automaten geschmissen und dafür 100 Liter Wasser bekommen. Wie dreist von mir. Es dauerte nicht lang, bis eine Dame laut pöbelnd in meine Richtung rief, dass ich nicht auf ihrem Rasen stehen soll. Als sie mich dann fragte, auf welchem Platz ich denn stehe und ich meinte, dass ich hier noch gar nicht übernachte, hat sie einen halben Herzinfarkt bekommen: Die Versorge-Station sei nur was für die Gäste, die hier auch stehen und nicht für Leute „von der Straße“. Dass ich überlege hier eine Nacht zu bleiben, hat sie nicht wirklich beruhigt.

Das war dann aber Grund genug, hier KEINE Nacht zu verbringen. Aber grundsätzlich ist es ein schöner, günstiger, sauberer Platz:

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Also runter von der Insel und weiter die Nordsee hoch. Ca. eine Stunde. Esberg links liegen lassen. Da sollte an einem Spielplatz direkt am Strand ein Stellplatz sein: Nicht zu empfehlen! Das ist nur ein super kleiner Parkplatz, an der Straße, 5 Minuten zu Fuß vom Meer. Aber als Zwischenstop super! Netter Spielplatz und ein schöner Strand:

Tysk bunker

Also weiter suchen und diesen hier anschauen:

(screenshot folgt)

Wirkt auf den ersten Blick ok. Aber man hat im Nacken einige Häuser, die von oben direkt auf diesen Parkplatz schauen. Und dann noch so High-Class-Buden – das muss irgendeine noble Ecke sein. Das fühlte sich nicht gut an. Vor allem, weil wir auch noch grillen und Tisch und Stühle raus holen wollten. Das hätte da bestimmt keinen guten Eindruck gemacht. Man muss es ja nicht direkt drauf anlegen, von der Polizei oder den Nachbarn weg geschickt zu werden. Also weiter. Zum Glück! Denn nun kommt mein neuer Liebelingsplatz:

Lieblingsplatz: Marbæk bei Esberg

Nur wenige Meter weiter, über eine Schotterstraße, durch Wälder, vorbei an kleinen süßen dänischen (Ferien-)häusern, taucht plötzlich ein netter kleiner Parkplatz an einer Wiese – am Strand – auf:

Strand an der Nordsee

In der ersten Nacht (Donnerstag) waren wir glaub ich zu dritt. In der zweiten Nacht komplett alleine. Es kommen immer wieder Jogger vorbei – scheint eine beliebte Strecke zu sein.

Mein neuer Lieblingsspot

Jetzt kommt’s: Für alle die keine Dusche und keine Toilette an Board haben: Geht man über den kleinen Schotterweg, Richtung See (ja, da ist sogar noch ein See!) ist direkt an einer kleinen Feuerstelle (ja! Man kann Lagerfeuer machen!!) ein kleines Toilettenhäuschen, welches nicht nur sehr sauber war. Es hat sogar einen Außendusche UND man kann dort kostenlos Wasser holen! Hätte ich dort also auch meinen Wassertank auffüllen können.

Macht man einen Spaziergang um den See herum, trifft man sogar noch ein paar Bullen:

Bullen im Freien
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Von dort aus sind es auf dem schnellsten Weg zurück nach Hamburg 3,5 Stunden. Kann man also gut an einem Tag machen. Wir sind dann auch wieder zurück. Am schnellsten geht es dann ein mal rüber Richtung Kolding und dann auf die E45 (A7) und dann nur noch runter brettern. Nicht besonders schön. Ich glaube, wenn ich etwas mehr Zeit hätte, würde ich versuchen die Autobahn – Zumindest in Dänemark – zu meiden um das Land noch ein bisschen mehr auf mich wirken zu lassen.

Tour-Vorschlag

Das war jetzt ’ne kleine Tour. 3 Nächte, 2 Spots, ca. 650 km. Man könnte diese Tour mit den Spots aus meiner vorherigen Tour (hier zu finden) kombinieren – also so:

Hamburg > St. Peter Ording > Röm > Marbæk bei Esberg > Fehmarn > Kägsdorf (hinter Rerik) > Hamburg. 

Kann man gut in 6 Tagen (oder mehr) machen. Dazwischen liegen mit Sicherheit noch viele andere schöne Plätze, so dass man sich da bestimmt gut zwei Wochen oder mehr aufhalten kann, ohne dass einem langweilig wird.

Schweden Add-On

Man könnte sogar von Marbæk bei Esberg rüber nach Schweden fahren. Zu dem Spot in Storesjö, wo ich neulich war (Tour ist HIER zu finden). Jeweils über die Brücken (P.S.: Die zweite Brücke – also von DK nach Schweden – ist die Brücke, um die es in der Serie „Die Brücke“ geht.). Laut Google-Maps sind das knapp 5 Stunden. Also ich persönlich würde dann noch mal irgendwo einen Zwischenstop einlegen. In Roskilde vielleicht?

Könnte dann also insgesamt so aussehen:

Hamburg > St. Peter Ording > Röm > Marbæk bei Esberg > Storesjö > Finjasjön >  Östra Ringsjön > Farø oder  Hjelm Bugt > Fehmarn > Kägsdorf (hinter Rerik) > Hamburg.

Ich würde sagen, dass diese Tour mit 9 Nächten – also so 10/11 Tagen – gut zu schaffen ist, ohne dass es stressig wird. Damit wäre man aber an jedem Spot nur eine Nacht. Je mehr Tage, desto entspannter wird es natürlich.

Hast Du ein paar Tipps, was man auf dieser Strecke unbedingt sehen sollte? 

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