5 Nächte Wildcampen in Dänemark und Südschweden

Anfang Juli 2018 bin ich für ein paar Tage mit meinem Van Richtung Südschweden gefahren und hab ein paar nette Plätze entdeckt. Am Ende dieses Artikels hab ich eine Google-Karte eingebettet, auf der alle Spots zu sehen sind. Keine Campingplätze. Wildcampen. Freistehen.

PS: Meine Trips halte ich meist in Echtzeit über meine Insta-Stories fest – also gerne folgen: instagram.com/dreitausend

Tag 1: Farø

Es ging natürlich von Hamburg aus los. Meine Basis. Die Frage war für mich: Fahre ich oben über die Storebealtbrücke, wie damals, als ich mit einem Freund in Kopenhagen Silvester gefeiert habe oder nehme ich unten die Puttgarden-Rödby-Fähre. Da mein erster Spot nach der Brücke noch etwas südlicher liegen sollte, wären es Kilometer-Mäßig bestimmt 100 km mehr und zeitlich sicherlich auch ’ne Stunde extra gewesen. Aber die Brücke hätte mich (vor Ort) nur 34 Euro gekostet! Für die Fähre hab ich (online) 95 Euro bezahlt. Vor Ort wären es noch mal 10 Euro mehr gewesen.

Ahoi Bullis

Meine Schwester war auch dabei. Mit einem verdammt schicken T6 von Ahoi Bullis. Da kann man schon mal neidisch werden:

Die haben schlauerweise gleich das Kombi-Ticket gekauft: Fähre + Öresundbrücke. 145 Euro vor Ort und man muss die Brücke nicht am selben Tage befahren. Hätten sie dies Ticket 2 Stunden vorher online gekauft (geht vom Handy mit Kreditkarte), wären es nur 135 Euro gewesen.

Ich hab die Öresundbrücke am Tag drauf vor Ort separat bezahlt: 59 Euro. Also nächstes Mal: Kombiticket online kaufen!

Der erste Spot scheint ein Geheimtipp für Kiter und Windsurfer zu sein. Auf Farø. Es ist dort ewig lange so flach, dass man im Wasser stehen kann. Man kann also schön easy aufs Brett … für Anfänger sicherlich super praktisch. Ohne das, also allein um dort zu Campen, ist der Spot, bis auf den Blick auf die Brücke, nicht besonders sexy. Er ist direkt an einer Straße – auch wenn das Meeresrauschen fast lauter ist als die Autos. Und es ist natürlich sehr windig.

Farø Kite Spot mit Blick auf die E47 (Brücke).
Sonnenuntergang um 21:40 Uhr.

Achtung: Direkt wenn man rauf fährt ist es dort etwas sandig. Ich hab leider kein Vierrad-Antrieb und noch relativ mickrige Reifen auf meinem Beast drauf. Damit hab ich mich direkt mal festgefahren! So fest, dass ich vorne schon mit der Achse aufsaß. Miese Nummer. Mit einem Wagenheber den Kollos hoch gehebelt, Holzlatte (die da rum lag) drunter und weiter ging es:

Festgefahren in Dänemark.

Das ist jetzt das zweite Mal, dass mir das passiert und mehrmals bin ich schon aufgesetzt. Als erstes immer mit der Stufe, denn die hängt einfach verdammt tief. Als nächstes ist es glaub ich der Grauwassertank. Also wer einen Tipp hat, mich da etwas fitter zu machen: Her damit. Ich stell mir vor, den Citroen Jumper mit ner Luftfederung höher zu bekommen und dickere Reifen drauf zu ziehen.

Tag 2: Östra Ringsjön

Am zweiten Tag haben wir uns einen sehr schönen Platz am See gesucht. Endlich: Windstill. Und einen verdammt guten LTE-Empfang: 50 MBit/s. Da konnte ich mein mobiles papierloses Büro sehr gut aufschlagen:

www.abseits-arbeiten.de

… während die anderen das aufblasbare Kajak von Decathlon testen:

Aufblasbares Kajak.

Natürlich darf Abends das Lagerfeuer nicht fehlen:

Never miss a free Lagerfeuer.

Wenn man lang genug wach bleibt, sieht man auch noch die Fledermäuse ganz knapp über der Wasseroberfläche tanzen.

Drohnenvideo

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Tag 3: Finjasjön

Weiter Richtung Norden, an den nächsten See. Lange hin und her überlegt an dem Platz ganz nach Rechts durchzufahren. Aber da hätte ich durch recht lockeren Sand gemusst. Aufgrund der Erfahrung am ersten Tag, hab ich darauf dann verzichtet. Aber so standen wir auch sehr gut:

Finjasjön

Der Blick vom Steg:

Arne auf Steg.

Und die Musik darf natürlich nicht fehlen:

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Tag 4: Storesjö

Wieder Richtung Küste aber noch etwas in den Norden, an den nächsten See: Storesjö. Ein sehr schöner Weg dorthin. Vor Ort war der Spot leider nicht ganz so „einsam“. Einige Wohnmobile tummelten sich dort. Und man sitzt nicht so richtig schon direkt am See, wie die zwei Nächte davor. Irgendwie war es trotzdem schön. Aber der Empfang war Kacke: Arbeiten ist hier nicht möglich.

Viele Bäume, die Schatten spendeten. Und natürlich: Never miss a free Lagerfeuer:

Grill-Kartoffeln, Champignons mit Schafskäse und Pimientos.

Merken: Diese Alu-Schalen sind instabil und brechen zusammen, wenn man sie mit den Ecken auf die Steine stellt um darunter die Kohle zu platzieren. Man benötigt definitiv ein Grill-Rost (oder Vergleichbares).

Tag 5: Hjelm Bugt auf Møn

Diesmal haben wir die Helsingör-Helsingborg-Fähre zurück nach Dänemark genommen. Wenn ich das richtig verstanden habe, kostet die genauso viel wie die Öresundbrücke. Vor Ort war ich diesmal etwas schlauer und hab gleich ein Kombi-Ticket mit der Fähre nach Fehmarn gekauft: 145 EUR. Ich weiß gerade nicht, warum ich das nicht gleich online gekauft habe um weitere 10 Euro zu sparen .

Ver- und Entsorgen

Solangsam wurde es dann auch mal Zeit zum Entsorgen. Primär das Schwarzwasser musste weg. Aber auch das Grauwasser will ich natürlich nicht drin behalten, wenn ich wieder in Hamburg bin. Es gibt auf dem Weg einen Rastplatz an der Autobahn, der das (kostenlos) bietet – sogar Frischwasser:

Das Blöde war: Die LKW-Parkplätze waren alle voll, so dass ein LKW dumm auf dem Grauwasser-Abfluss stand. Spasti. Aber Schwarzwasser konnte ich da gut loswerden.

Es sollte noch eine zweite Station auf dem Weg geben:

Entweder waren wir zu Blind oder dort kann man sein Grauwasser nicht ablassen. Nur Schwarzwasser. Und Frischwasser holen. Kostenlos.

Auf der Insel Møn war nun unser letzter Spot. Wieder windig. Viele Fiecher (Fliegen, Mücken, …). Und wieder schlechtes Netz. Aber ich liebe es, Morgens aufzuwachen, die Heck-Klappen zu öffnen, weiter zu dösen und irgendwann aufzustehen und ins Wasser zu springen. Arschkalt. Aber wenn man sich bewegt, geht’s. Ja ok, ich hab vorher meinen Boiler angeschmissen und hab mir hinterher eine warme Dusche gegönnt.

Ostsee. Hjelm-Bucht.

Das Wetter war zwar nicht soo geil. Nieselte sogar fast ein bisschen und es war bewölkt. Aber irgendwie mag ich auch das.

Drama, Baby!

Der Platz ist sehr schön, so zwischen den Feldern. Ein Holztisch und zwei Bänke zum Frühstücken und Blick auf’s Meer sind am Start. Der Strand ist recht steinig – also am besten mit Flip-Flops den Strandspaziergang machen.

Achtung: Sowohl mein Google-Maps als auch das VW-Navi hat uns erstmal an einen falschen Punkt geschickt, der eigentlich nur ein paar Meter weiter ist. Aber von dem aus man mit dem Auto 4 km zum eigentlichen Spot fahren muss:

Der T6 von der Ahoi Bullis Campervermietung.

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Man hätte von dort aus noch mal Richtung Osten fahren und sich die Steilküsten anschauen können. Das war aber zeitlich nicht drin. Wir mussten zurück nach Hamburg – das waren von dort ca. 4 Stunden. Am Sonntag sind wir also wieder zur Puttgarden-Rödby-Fähre und dann zurück nach Hamburg.

Beim Wohnmobilhafen Hamburg hab ich dann mein Grauwasser entsorgt. Erstaunlich sauberer Platz. Hab ich gar nicht mit gerechnet. Kostet für Nicht-Gäste 5 Euro. Für die komplette Nummer (Grau-, Schwarz- und Frischwasser).

Hier noch mal die Tour mit den genauen Spots:

Die Tour auf der Karte

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Ein paar Zahlen

Ich finde es immer ganz spannend, nach so einer Reise einen Blick auf die Zahlen zu werfen, da ich das unterwegs völlig aus den Augen verliere und mir wenig Gedanken über Kosten usw. mache. Daher hier eine Zusammenfassung der Zahlen, die mein Citroen Jumper so „verursacht“:

  • Maut/Fähre/Brücke: 299 EUR.
  • Camping: 0 Euro.
  • Benzin-Kosten: 118 EUR. (1,299 EUR/l x 90,6)
  • Verbrauch: 9,6 l/100
  • Reine Fahrzeit: 15:38 Stunden.
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 67 Km/H
  • Kilometer: 1.000 Km
  • Kühlschrank voll machen: 100 Euro.

Als nächstes kommt …

St. Peter Ording und Fehmarn:

Kleiner Trip nach St. Peter Ording und Fehmarn

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